Woher kommt die Wut in den Wechseljahren?
Wut kommt oft unerwartet - meine eigene Erfahrung
Ein falsches Wort, ein schräger Blick, eine Kleinigkeit, die vergessen ging
und plötzlich ist sie da:
DIE WUT.
Heiss, explosiv und beschämend.
Heiss, explosiv und beschämend.
Viele Frauen erleben in den Wechseljahren emotionale Ausbrüche, die sie von sich selbst nicht kennen. Und fast immer folgt darauf die Frage:
Was stimmt nicht mit mir? Woher kommt diese plötzliche Wut?
Was stimmt nicht mit mir? Woher kommt diese plötzliche Wut?
Auch ich habe sie erlebt, diese Wut. Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als sie sich das erste Mal aus den Tiefen meines Bauches ihren Weg bahnte und sich in Sekundenschnelle über meine Liebsten ergoss. Ich sass am Schreibtisch und arbeitete, die Kinder sassen über den Hausaufgaben und blödelten herum. Eine ganz alltägliche Situation und es gab keinen Grund auszuflippen. Doch ich habe in diesem Moment nicht realisiert, dass die Situation halb so schlimm war, denn meine Wut war echt. Ich schrie die Kinder an, sie sollen gefälligst aufhören und endlich ihre verdammten Hausaufgaben machen. Und ich wies meinen Mann in die Schranken, er solle sich gefälligst um die Kinder kümmern.
Solche Szenen erlebten wir in der Folge immer wieder, denn die Wut und Unzufriedenheit wurden für eine Weile zu meinen stillen Begleitern. Es war, als hätte sich ein Filter über mein Bewusstsein gelegt. Ich begann alles zu hinterfragen. Mich. Meine Ehe. Die Mutterschaft. Meinen Job. Meinen Freundeskreis. Den Sinn meines Daseins. Die Politik. Die Welt. Alles.
Heute weiss ich, die vielleicht ehrlichste Frage wäre gewesen:
Was will da endlich gehört werden?
___________💛___________
Wechseljahre als Initiation
Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine Schwelle. Eine Einladung, sich selbst und das Leben besser kennenzulernen. Die, Wut, die in dieser Zeit auftaucht, ist kein Zufall von Versagen.
Wut in den Wechseljahren ist ein Zeichen von Reife und innerer Wahrheit, die nicht mehr bereit ist, sich anzupassen, um geliebt zu werden. Wer den Mut hat hinter die Wutausbrüche zu schauen, entdeckt oft etwas Kostbares:
Eine Frau, die sich selbst wieder ernst nimmt. Eine Stimme, die lange geschwiegen hat. Und Grenzen, die nicht trennen, sondern die sich erweitern und verändern wollen.
"Der Wendepunkt liegt nicht darin, Wut „in den Griff zu bekommen.Sondern darin, ihr zuzuhören, bevor sie explodiert."
__________💛__________
Wenn Hormone nicht die ganze Geschichte erzählen
Die hormonellen Veränderungen machen unser Nervensystem sensibler. Doch Wut in den Wechseljahren ist selten nur ein biochemisches Phänomen.
Oft ist die Wut ein Bote. Ein Signal aus der Tiefe unserer Seele, die lange funktioniert, angepasst, getragen und geschluckt hat.
Viele Frauen haben Jahrzehnte damit verbracht, Bedürfnisse hintenanzustellen. Auch ich gehöre zu diesen Frauen, denn ich dachte, ich darf mich nicht zu wichtig nehmen. Zuerst kamen
die Kinder
der Partner
der Haushalt
und der Job.
Dann kam die Pandemie und ich versuchte alle Emotionen und Bedürfnisse im Umfeld abzufangen und auszugleichen. Den Lockdown mit der Erstellung eines Online-Shops, die Verzweiflung des Mannes, in dem ich ihm alles abnahm und die Unsicherheit der Kinder mit Bespassung. Die Wechseljahre wirkten wie ein innerer Wahrheitsverstärker. Das, was früher noch irgendwie klappte, funktionierte plötzlich nicht mehr. Nicht, weil ich als Frau schwächer war, sondern weil innerlich vieles klarer wurde.
__________💛__________
Wenn sich unterdrückte Bedürfnisse und Traumas ihre Weg bahnen
Wutausbrüche sind oft der Ausdruck von:
zu lange ertragenem Zuviel
nie ausgesprochenem Nein
tief vergrabener Erschöpfung und
unerfüllten Bedürfnissen nach Erholung, Anerkennung und Selbstbestimmung.
Die Wut richtet sich in diesen Momenten unbewusst gegen andere. Den Partner, die Kinder, Freunde, Verwandte oder Kolleg:innen. Doch ihr eigentlicher Ursprung liegt tiefer:
Im Übergehen der eigenen Wahrheit und tief vergrabenen Schmerzen.
__________💛__________
Sinn und Würde der Wut
Wut hat einen schlechten Ruf, besonders bei Frauen.
Sie gilt als unweiblich, verletzend, kontrolllos.
Dabei ist sie eine zutiefst schützende Emotion.
Was die Wut eigentlich sagen will, ist:
Bis hierhin und nicht weiter.
Das überschreitet meine Grenze.
Ich bin mir selbst wichtig.
In den Wechseljahren fordert diese Emotion ihren Platz ein, nicht um zu zerstören, sondern um zu ordnen. Sie will nicht unterdrückt, sondern gefühlt und verstanden werden.
__________💛__________
Hilfreiche Fragen können sein:
Wo sage ich Ja, obwohl mein Inneres Nein meint?
Welche Grenze habe ich mir selbst abtrainiert zu spüren?
Was trage ich schon viel zu lange mit mir herum?
Wo verrate ich meine Werte und wofür?
Wenn diese Fragen ehrlich beantwortet werden, verliert die Wut an Kraft. Sie wird zur stillen Begleiterin zu mehr AUTHENTIZITÄT.
__________💛__________
Was mich unterstützt hat
Heute kann ich über meine Wut schmunzeln. Aber ich erinnere mich, wie oft ich mich geschämt habe nach meinen Ausrastern. Und dass ich phasenweise das Gefühl hatte, ich werde langsam verrückt. Mir haben Gespräche mit Gleichgesinnten, sowie 1:1 Begleitungen und Perspektivenwechsel sehr geholfen, um zu erkennen, woher die Wut kam und dass ich meine Bedürfnisse jahrelang mit Füssen getreten habe. Zudem wurde mir mit dem Wandel klar, dass ich unbewusst eine traditionelle Mutterrolle übernommen und gelebt habe, die mich auf grossen Schrecken frustriert und überfordert hat, weil ich dachte, ich müsse neben Job und Haushalt alles alleine schaffen. Ich blendete jegliche Unterstützung aus.
Die Wechseljahre kann man sich vorstellen wie das Ventil eines Dampfkochtopfes. Alles was ein Leben lang keinen Platz fand, drückt dampfend heiss gegen den Deckel. Unterdrückte Emotionen und Bedürfnisse oder nicht gelebte Werte und Träume. Ein Leben lang verschieben wir Dinge auf später. Mit Emotionen haben viele nie gelernt umzugehen. Trauer darf nur im Stillen stattfinden. Und Träume sind etwas für Faule und Künstler.
Mit dem Wandel wird uns bewusst:
Das Leben ist endlich.
Und mit dem Bewusstsein für die Endlichkeit, klopfen nicht nur vernachlässigte Bedürfnisse, sondern auch nicht verwirklichte Träume an.
Ich bin da, wenn Dich die Wut immer wieder herausfordert und wenn Du selber nicht weiterkommst. Lies dazu gerne auch meinen Beitrag {7 Wege, um die Wut in den Wechseljahren zu wandeln.}
Und in meinem Vortrag über die Wechseljahre, erzähle ich Dir, was der Wandel sonst noch mit sich bringt.
Herzlich Paula
NATUR- und MUTMACH COACH
für Frauen im Wandel




0 Liebe Worte
Herzlichen Dank für dein Feedback 💛